
Die Europäische Gruppe für Ethik (EGE) traf sich im Januar 2009 mit Mariann Fischer Boel, EU-Kommissarin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, um ihr die Hauptempfehlungen zu erläutern, die in der Stellungnahme der Gruppe zu den ethischen Auswirkungen der modernen Entwicklungen in der Agrartechnologie formuliert wurden.
Auf Wunsch von Kommissionspräsident Barroso hatte die EGE im Dezember eine Stellungnahme zu den ethischen Auswirkungen der modernen Entwicklungen in der Agrartechnologie abgegeben, um auf die neuen Herausforderungen und Chancen der Landwirtschaft in der EU einzugehen. Dabei befasste sich die Gruppe insbesondere mit den Agrartechnologien und den Verfahren der Primärerzeugung von pflanzlichen Nahrungsmitteln.
In der Stellungnahme wird deutlich, dass sich die EGE der Notwendigkeit einer Förderung der Innovation in der Landwirtschaft zur Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung bewusst ist. Es wird hinzugefügt, dass die Technologie alleine keine endgültigen Lösungen für die Herausforderungen der Landwirtschaft in der EU und weltweit bieten kann. Die Gruppe betont die Notwendigkeit einer integrierten Sichtweise und eines integrierten Ansatzes der Agrartechnologien, damit bei der ethischen Bewertung der Auswirkungen einer neuen Technologie Produktions-, Lagerungs- und Verteilungsprozesse zusammen berücksichtigt werden.
Die Ziele 1. Ernährungssicherheit, 2. Lebensmittelsicherheit und 3. Nachhaltigkeit sollten als erste Prioritäten und Leitprinzipien angesehen werden, nach denen sich jede Technologie in der Landwirtschaft richten muss. Aufbauend auf diesen ethischen Grundsätzen gibt die EGE auch Empfehlungen zu einer Vielzahl von Fragen wie Überprüfung der Gemeinsamen Agrarpolitik, Folgenabschätzung für Agrartechnologien, das Recht auf Nahrung, Nachhaltigkeit der Agrartechnologien, Lebensmittelsicherheit, biologische Vielfalt in der Landwirtschaft, Boden- und Gewässerschutz, Biokraftstoffe, gentechnisch veränderte Kulturpflanzen, agrarwissenschaftliche Forschung, Ackerbaupolitik, Welthandel mit Agrarerzeugnissen, das System der Rechte am geistigen Eigentum, fairer Wettbewerb und sogenannte „vertikale Monopole”, Lebensmittelpreise, Lebensmittelabfälle, gesellschaftliche Aspekte, Einbeziehung der Öffentlichkeit oder Verantwortung der EUBürger (Quelle: EGE).
Was ist neu an diesen Forderungen seit der Abfassung der Agenda21? Wo stehen wir bei der Integration agrar-ethischer Standards in Deutschland, in Europa?
Wir rufen auf zu einer konstruktiven Darstellung aller unterschiedlichen Positionen zu diesem Thema.
DPG Horizont
EGE
Opinion24
7 Kommentare:
Der VNU hat im Rahmen seiner Stellungnahme zum Grünbuch der EU "Qualität von Agrarerzeugnissen" die Berücksichtigung agrar-ethischer Standards bei den Zertifizierungsregelungen empfohlen.
Eine realistische Unmöglichkeit...
„Agrarethik“ oder der lange Weg zur nachhaltigen Blumenproduktion...
Ethische Grunsätze: Neuorientierung für eine nachhaltige Landwirtschaft...
Inhaltlichen Festlegungen des hier zitierten Beitrages, die zur ethischen Orientierung dienen können, sollen einem ernsthaften Diskurs dienlich sein, indem sie punktgenaues Diskutieren ermöglichen. Die hier vertretenden Inhalte – der egalitär-komparative Gerechtigkeitsstandard in Bezug auf zukünftige Generationen, die »constant natural capital rule« und die Investitionsregel in Bezug auf Naturkapital, das Konzept des integrativen Waldbaus und die teilweise differenzierte Waldnutzung sind also keine Dogmen, sondern Vorschläge, die es im Diskurs zu prüfen gilt.
"Ethik der Agrar- und Ernährungswissenschaften" ershienen: LIT Verlag, Ethik interdisziplinär Bd 17; ISBN 978-3-8258-1467-0. Autoren: Kaatsch et al. 2008
Agrarethikseite eingerichtet...
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