05 März 2009

Welternährung 2015: Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion im Klimawandel


Im Jahre 1996 fand in Rom der Welternährungsgipfel statt. Zu diesem Zeitpunkt gab es mehr als 800 Millionen Hungernde auf dieser Welt. Als ehrgeiziges Ziel nahm man sich vor, die Zahl der Hungernden bis zum Jahr 2015 halbieren zu wollen.

Die Zeit wird knapp, um diese Ziele noch zu erreichen: Auf ihrer internationalen Konferenz im Januar 2009 stellten die Agrarminister fest, dass seit vielen Jahren schon mehr als 800 Millionen Menschen hungern. In manchen Regionen der Welt ist Wasser bereits ein begrenzender Faktor. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen sind weltweit auf ca. 1,5 Milliarden Hektar begrenzt. In der Konsequenz müssen wir von der gleichen Fläche immer mehr Menschen ernähren.

Gleichzeitig werden die zur Verfügung stehenden Flächen von immer häufigeren Klimakatastrophen bedroht: Dürren, Stürme, Überflutungen machen Ernten zunichte.
Einigkeit besteht weitgehend darin, dass landwirtschaftliche Nutzfläche nicht zu Lasten bislang noch naturbelassener Areale vor allem in den Tropen und Subtropen ausgedehnt werden darf. Dies würde bedeuten, dass gefährdete Böden sowie Wälder und Rückzugsgebiete für wild lebende Tiere und Pflanzen in großem Umfange zerstört würden. Eine solche Entwicklung wäre eine tatsächliche ökologische Katastrophe mit dem Aussterben vieler Arten unserer Flora und Fauna, einer enormen Bodenerosion und unvorhersehbaren Konsequenzen für das Weltklima.

Der einzige Ausweg ist, über eine allgemeine Steigerung des Ertrages auf schon bestehenden landwirtschaftlichen Flächen die wachsende Weltbevölkerung ausreichend zu ernähren: die landwirtschaftliche Produktion muss deutlich gesteigert werden, um die notwendige Menge und Qualität von Nahrungsmitteln für die Versorgung aller Menschen zu garantieren. Dabei ist auch die unbedingte Aufmerksamkeit den riesigen Verlusten im Nacherntebereich, also bei Lagerung und Transport zu widmen.

Die Sicherung der Welternährung wird künftig ohne die effiziente Nutzung vorhandener und die zeitgerechte Nutzung neuer Agrar- und Biotechnologien langfristig nicht möglich sein. Sie ermöglichen es heute, in der Landwirtschaft hohe und sichere Erträge zu erzielen und damit die Versorgung mit hochwertigen und erschwinglichen landwirtschaftlichen Produkten auch für eine wachsende Bevölkerung sicherzustellen.

Die zentrale Rolle der Phytomedizin wird hier deutlich: Produktionssteigerungen unter sich verändernden Umweltbedingungen erfordern komplexe, integrative Produktionsmethoden, die geeignet sind, einen optimalen Ressourceneinsatz mit minimalen Verlusten zu verknüpfen.

Unsere Tagung zum Thema

8 Kommentare:

BVL hat gesagt…

Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Heft 1, Februar 2009, Leitthema "Welternährung und Klimawandel"

Bündnis 90/ Die Grünen hat gesagt…

Fragen und Antworten zur Welternährungskrise

Wiley hat gesagt…

Welternährung im 21. Jahrhundert. Eine umfassende Herausforderung

KWS hat gesagt…

s.a. Vortrag auf der Gemeinsamen Tagung der Gesellschaft für Pflanzenbauswissenschaften und der Gesellschaft für Pflanzenzüchtung: Biodiversität und Welternährung

BMELV hat gesagt…

Globale Ernährungssicherung durch nachhaltige Entwicklung und Agrarwirtschaft

Happach-Kasan, FDP hat gesagt…

Laut FAO-Hungerreport 2004 ist der Anteil der Hungernden an der Weltbevölkerung in den letzen 30 Jahren von 37 Prozent auf 17 Prozent zurückgegangen. Bei einer kontinuierlich wachsenden Weltbevölkerung ist die absolute Anzahl der Hungernden jedoch gleich hoch geblieben, ihr Anteil hat sich gleichwohl deutlich vermindert, die Erde ernährt inzwischen mehr als doppelt so viele Menschen wie vor 30 Jahren.
Die Intensivierung der Landwirtschaft zeigt Wirkung.

BMELV hat gesagt…

Schlussfolgerungen der Internationalen Agrarministerkonferenz 2009

Proplanta hat gesagt…

Pflanzenschutz ist Klimaschutz...

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