
Ob auf dem Acker oder dem Versuchsfeld – auch gentechnisch veränderte Pflanzen wachsen in der Umwelt. Vor allem Naturschützer und Umweltverbände sehen darin ein Risiko. Die Folgen seien kaum vorhersehbar, sollten sich Pflanzen mit fremden Genen in der Umwelt ausbreiten, heißt es oft. Sollten sich gentechnisch veränderte Pflanzen später als problematisch herausstellen, könnten sie nicht einfach wieder zurückgeholt werden, so die Befürchtungen.
Wer in Deutschland gentechnisch veränderte Pflanzen freisetzen oder in Verkehr bringen will, muss ein umfassendes und in die Tiefe gehendes Prüfverfahren durchlaufen und die genaue Lage der Flächen seiner Freisetzung oder des Anbaus im Standortregister eintragen lassen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entscheidet im Einzelfall auf der Grundlage aktueller Sicherheitsbewertungen über die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen.
Während jedoch seit mehr als zehn Jahren die Flächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen weltweit ansteigen, beschränkt sich in Europa der Anbau dagegen auf eine einzige Pflanze – Bt-Mais. Und auch die ist umstritten: In Deutschland müssen Landwirte, die Bt-Mais anbauen wollen, mit Protest und manchmal sogar mit Zerstörungsaktionen rechnen. Bt-Mais sei überflüssig, gefährde die Umwelt und die Gesundheit von Menschen und Tieren. Im April 2009 hat die Bundesregierung die EU-Zulassung ausgesetzt. Damit ist 2009 der Anbau von Bt-Mais in Deutschland nicht erlaubt.
Wohin geht es mit der Gentechnik in Deutschland? Wie sollte ein neuer politischer Ansatz dazu aussehen, können Rahmenbedingungen in der Zukunft so gewählt werden, dass ein Interessenausgleich erfolgen kann?




